Wandern in Norwegen für Einsteiger

Norwegen ist das Wander-Paradies schlechthin, nicht nur für geübte Bergkraxler, sondern auch für Anfänger, deren Kondition eher noch tief im Inneren schlummert. Es gibt viele Routen, die nicht allzu steil verlaufen, trotzdem wird man mit atemberaubenden Ausblicken auf glitzernde Fjorde, schroffe Felsformationen und rauschende Flüsse belohnt. Die Wanderwege sind in Norwegen sehr gut markiert, was gerade für Wander-Anfänger wichtig ist.

Der Sommer ist für Skandinavien die Hauptreisezeit, in der man sich über schönes Wetter und angenehme Temperaturen freuen kann. Es kann aber auch Vorteile haben, in der kälteren, raueren Nebensaison unterwegs zu sein. Gerade bekannte Hotspots und beliebte Nationalparks können im Sommer sehr überlaufen sein, wohingegen man im Frühling/Herbst die Wanderwege zum Teil für sich alleine hat.

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Wir haben  während unserer Skandinavien-Reise wenig Zeit für die Städte eingeplant und uns stattdessen auf die Natur konzentriert, da dies für uns das wahre Norwegen ausmacht. Gerade in nördlichen Ländern ist alles sehr teuer, vor allem Freizeitaktivitäten und Eintritte. Wandern ist eine kostenlose Alternative, um das Land von seiner wahren Seite kennenzulernen.

Wem auch Unterkünfte in Norwegen zu teuer sind, kann seinen Wanderurlaub perfekt mit Campen verknüpfen. In ganz Skandinavien funktioniert das super, da dort das Jedermannsrecht gilt und du überall deine Zelte aufschlagen oder deinen Camper parken darfst. Du kannst die Natur also wirklich voll und ganz erleben und auskosten. Für Camping würden wir dann aber doch eher den Sommer empfehlen, da es in der Nebensaison im Zelt/Camper recht frisch werden kann und die meisten Campingplätze bereits geschlossen sind.

Wir würden in jedem Fall raten, selbst mobil zu sein und sich einen Mietwagen zu nehmen, da die Wanderwege und Nationalparks meist ab vom Schuss und mit den Öffis schwer erreichbar sind.

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Hier dürfen wir euch ein paar Routen vorschlagen, die für jedes Fitnesslevel wanderbar sind und die euch landschaftlich flashen werden:

Geirangerfjord

Der Geirangerfjord ist bestimmt der bekannteste Fjord in Norwegen und das nicht zu unrecht. Fährt man die serpentinenartige schmale Straße in Richtung des Ortes Geiranger hinunter, denkt man, der Fjord sei in die Landschaft hineingemalt. Der Ort ist recht touristisch, es gibt Aussichtsplattformen, wo asiatische Touristenbusse für ein schnelles Foto haltmachen und es gibt Shops, in denen unzählige Trollfiguren und kitschige Norwegerpullis verkauft werden.

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Andererseits gibt es viele Wanderrouten von unterschiedlicher Länge, auf denen wir großteils alleine unterwegs waren. Die Landschaft beeindruckte uns nicht nur aufgrund des Fjords, sondern auch wegen der gigantischen Berge und Felsen rundherum. Da sich im Herbst die Blätter der Heidelbeerpflanzen verfärben, wanderten wir über einen riesigen roten Teppich in Richtung Gipfel. Auch die Preiselbeeren wucherten im Herbst gerade, so hatten wir entlang der Route eine kleine Stärkung zwischendurch.

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Es gibt eine Touristeninformation (Norsk Fjordsenter), wo die unterschiedlichen Wanderrouten auf Tafeln ersichtlich sind. Auf dem nahegelegenen Campingplatz kauften wir uns günstig eine Wanderkarte. Die meisten Routen kannst du vom Ort Geiranger aus starten, es gibt aber auch anspruchsvollere Wanderwege, die weiter oberhalb des Ortes beginnen. Im und um den Ort gibt es viele kostenlose Parkplätze, wo man sein Fahrzeug während der Wanderung abstellen kann.

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Routenvorschläge inkl. Beschreibung findet ihr auch vorab hier.

Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark

Etwas nördlich des Polarkreises befindet sich dieser zuerst etwas unscheinbare Nationalpark. Nachdem wir bei unserer Durchfahrt immer wieder die bunten Blätter und den kristallklaren Fluss von der Straße aus durch die Bäume blitzen sahen, machten wir einen spontanen Zwischenstopp, der zu einer kleinen Wanderung entlang des Flussufers führte.

Die Herbstfarben um uns und das rauschende Wasser waren so überwältigend, wir hätten schwören können, dass wir uns irgendwo mitten in Kanada befinden würden und der nächste Bär gleich um die Ecke sei.

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Der viertgrößte Nationalpark Norwegens hat aber noch viel mehr zu bieten. Der weitläufige Park besteht aus Bergen, Gletschern und langen Tälern und weist eine sehr abwechslungsreiche Tier- und Pflanzenwelt auf. Neben Elchen kann mit etwas Glück auch Luchse erspähen.

Auch hier gibt es ein Touristeninformationszentrum. Es gibt viele gekennzeichnete Wanderwege und Hütten, die sogar Übernachtungsmöglichkeiten bieten.

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Wander-Tipps für den Saltfjellet Nationalpark findest du hier.

Vesterålen

Diese Inselgruppe, die direkt an die bekannten Lofoten grenzt, fasziniert nicht nur durch die vielen Fischerdörfchen und die eindrucksvollen Felsformationen. Während unseres gesamten Skandinavien-Trips sahen wir nirgends sonst so viele wilde Elche (also wenn ich ein Elch wäre, hätte ich mir auch dieses wunderschöne Fleckchen Norwegens ausgesucht)!

Außerdem gehört die sehr nördlich gelegene Inselgruppe mitunter zu den besten Orten der Welt, um Nordlichter zu sehen. Dieses Phänomen kann man hier zwischen September und März beobachten, wenn die Tage kürzer werden bzw. gar nicht mehr vorhanden sind.

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Da die Berge hier weniger steil sind als auf den Lofoten, ist es ein Paradies für Wander-Anfänger. Weiters sind die Wanderwege auf Vesterålen weniger überlaufen als auf den Lofoten, vermutlich aufgrund von mangelndem Marketing der weniger bekannten Inselgruppe.

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Wir verbrachten einige wunderschöne Tage in Andenes, einem kleinen und ruhigen Dorf ganz im Norden von Vesterålen mit schönen weißen Stränden und türkisblauem (und arschkaltem) Wasser. Vom Nachbarort Bleik aus starteten wir eine tolle Wanderung entlang kleiner Seen und grüner Wiesen hinauf auf den Aussichtsgipfel des Måtind. Wir wurden belohnt mit traumhaften Ausblicken und jeder Menge gutem Fotomaterial.

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Viele Infos zum Wandern auf Vesterålen findet man auf dieser Seite.

Andenes ist übrigens auch der optimale Ort, um in Norwegen Whalewatching zu machen (die Wahrscheinlichkeit, Wale zu sehen, liegt hier sogar bei 95%)! Bei unserer Walsafari sahen wir Pottwale, im Winter kann man hier mit Glück auch Orcas und Buckelwale beobachten. Wir empfehlen den Anbieter Sea Safari Andenes*, da dieses Unternehmen nur mit kleinen Gruppen von max. 10 Personen aufs Meer hinausfährt und spezielle Speed-Schlauchboote einsetzt, in denen man aufgrund der Nähe zum Wasser weniger seekrank wird als auf großen Booten.

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Abisko Nationalpark

Der Abisko Nationalpark befindet sich im Norden Schwedens, direkt nach der norwegischen Grenze. Es gibt unzählige Wanderwege, die eher flach verlaufen und auf denen man im Winter Schneeschuhwandern oder Skitouren gehen kann. Im Frühling, Sommer und Herbst können hier gemütliche Wanderungen unternommen werden. Die Strecke, für die wir uns entschieden haben, war sehr abwechslungsreich und führte uns durch Wälder und über Wiesen bis zu einem idyllischen Wasserfall. Trotzdem war der Weg leicht zu bewältigen, also auch für Beginner eine Genusswanderung!

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Es gibt auch hier ein Informationscenter mit angrenzendem Museum, wo man sich von den lokalen Mitarbeitern ein paar Tipps holen kann. Außerdem wurde gleich in der Nähe ein Dorf der Samen (indigenes, halbnomadisches Volk in Nord-Skandinavien) nachgestellt, das man besichtigen kann.

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Nähere Infos findest du hier.

Preikestolen

Der Preikestolen ist wohl die bekannteste Felsformation Norwegens. Er ziert viele Werbeplakate oder Reiseführer und wurde 2015 von Lonely Planet zum besten Aussichtspunkt der Welt gekürt. Entstanden ist dieser beindruckende Felsen vor tausenden von Jahren durch Frostsprengungen, als Wasser in die Felsritzen eindrang und durch Gefrieren Felsteile absprengte. Ca. 600 m fällt die steile Kante in Richtung Lysefjord ab. Die Wanderroute bis zum Preikestolen ist zwar recht steil aber nicht allzu anspruchsvoll.

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Da der Preikestolen so bekannt ist, ist die Route leider recht überlaufen (was sich auch bei den Parkplatzpreisen bemerkbar macht). Man bewegt sich im Entenmarsch mit hunderten Touristen in Richtung Spitze. Die Mühe macht sich aber definitiv bezahlt, denn so einen schönen Ausblick hat man selten.

Infos zur Wanderung findet ihr auch hier.

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Der Preikestolen ist nicht nur beliebt als Fotokulisse für Hochzeitspaare oder für diverse Sportveranstaltungen, sogar Filme werden hier gedreht. Im Jahr 2017 wurden Teile von Mission Impossible 6 hier gefilmt. Die Dreharbeiten hätten eigentlich im September stattfinden sollen (angeblich genau an den Tagen als wir hier waren), aufgrund einer Fußverletzung von Tom Cruise musste das Ganze aber auf November verschoben werden.

Der Preikestolen diente aber nicht nur für Hollywood-Filme als Kulisse, sondern auch für uns fand hier ein ganz besonderer Moment statt, als Michael plötzlich auf die Knie fiel – und ich hoffe immer noch, es war nicht vor lauter Anstrengung 🙂

*persönliche Empfehlung, keine bezahlte Werbung

2 Kommentare zu „Wandern in Norwegen für Einsteiger

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